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paragraph-Überschriften zentriert

Gibt es eine Möglichkeit (jenseits von contract-Umgebungen des scrjura-Pakets) die Überschriften der Gliederungsebene paragraph generell im Text zentriert ausgeben zu lassen, so dass sie dort wie zentrierte subsubsection aussehen und funktionieren?
Es geht um ein Buch (klassisches philosophisches Werk), da scheint mir das Jura-Paket wenig geeignet.

Minimalbeispiel:

\documentclass{scrbook}
\usepackage[ngerman]{babel}
\renewcommand*{\raggedsection}{\centering}
\begin{document}
\chapter{Zentriert}
\subsection{Ebenfalls zentriert}
\paragraph{Hier leider nicht\ldots}
\end{document}

Danke schon mal!

Bild von Markus Kohm

Die Überschriften \paragraph und \subparagraph sind normalerweise als Spitzmarken formatiert. Man kann das aber über \RedeclareSectionCommand einfach ändern, so dass sie zu freistehenden Überschriften werden. Siehe dazu insbesondere die Einstellung runin und afterskip für Gliederungsstil section in Tabelle 21.4 der aktuellen Anleitung. Bei freistehenden Überschriften wird dann auch \raggedsection beachtet. Bei einer Spitzmarke wäre das dagegen unsinnig.

Verdammt.. Die Lösung ist ja explizit in der Anleitung beschrieben...
Ich stelle gerade fest, dass es offensichtlich deutlich sinnvoller ist, sich zunächst einmal Kapitel 21 der Anleitung auf die Problemstellung hin komplett durchzulesen, bevor man ewig im Internet und in der Anleitung nach Stichwörtern sucht...
Ich wundere mich allerdings etwas, dass allerorten in den LaTeX-Foren die umständlichsten und unprofessionellsten Lösungen, hart reincodierte Hacks und alle möglichen Pakete empfohlen werden, für Probleme, welche anhand der Anleitung mit einer einzigen Zeile Code in der Präambel erledigt sind... Da bekommt man dann schnell den Eindruck, es sei alles extrem schwierig.

Bild von Markus Kohm

Tante Google und Onkel Bing sind für LaTeX eher schlechte Quellen. Davon abgesehen, dass man erst einmal wissen muss, welche Internetquellen überhaupt vertrauenswürdig sind, findet man da viel alten Schrott, der nur deshalb weit oben steht, weil er immer wieder von Leuten, die es nicht besser wissen, verlinkt und angeklickt wird. Und wenn man für KOMA-Script eine Lösung sucht und eine für die Standardklassen bekommt, dann kann zwar funktionieren aber trotzdem gnadenlos schlecht sein, weil sie all die Dinge, weswegen es KOMA-Script überhaupt gibt, nicht berücksichtigt.

Eine ausführliche LaTeX-Einführung + Paketanleitungen führen oft schneller und besser zum Ziel. Wozu machen sich wohl die ganzen Paketautoren die Mühe, ausführliche Anleitungen zu schreiben?

Dass es die KOMA-Script-Anleitung auch als (erweitertes) Buch gibt, liegt nicht zuletzt daran, dass vor 20 Jahren schon Leute festgestellt haben, dass es sich lohnt, das in einer ruhigen Stunde auf dem Sofa mal durchzugehen. Nachdem die Rufe immer lauter wurden, haben wir dann einen Verlag gesucht. Da es erst einmal keiner haben wollte, haben wir bei DANTE nachgefragt. So sind die ersten 100 Exemplare als Buch erschienen und waren schneller ausverkauft als man den Satz: »Die KOMA-Script-Anleitung gibt es jetzt auch als Buch.« sagen konnte. Und obwohl es inzwischen eBook-Reader und Tablets gibt, finden noch immer erstaunlich viele Menschen das gedruckte Buch sehr nützlich. Deshalb sind in inzwischen 18 Jahren bei Lehmanns sieben Auflagen erschienen und waren immer auf einem der vorderen Plätze der Top-Titel im Bereich Mathematik & Informatik.

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