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Dokumentenklassen

Wie wäre es, wenn man sich einfach mal von den historisch bedingten Namen scrartcl, scrreprt, scrbook und scrlettr2 löst und koma-article, koma-report, koma-book und koma-letter benutzt? Die "Aufruhr" wird zwar erst groß sein, aber irgendwann ist das vergessen und insbesondere Anfänger hätten weniger Probleme mit der korrekten Eingabe der Namen.

Alternativ wäre ja auch etwas wie

\documentclass[class=report,...]{KOMA}

denkbar. Eine Kompatibilität zu den bisherigen Namen sollte einfach herzustellen sein.

Wie auch immer, ein frohes neues Jahr, will ich natürlich auch allen wünschen.

Herbert

forum: 

Tatsächlich habe ich das auch schon (mehr als) einmal überlegt, dann aber wieder verworfen. U. a. müsste ich sämtliche Fehlermeldungen, Warnungen und Infos neu umbrechen. Das ist ziemlich nervig. Bei einigen Fehlermeldungen war es schon jetzt schwer genug, die wichtigsten Infos in die erste Zeile zu bekommen. Leider scheinen einige Editoren nur die erste Zeile einer Fehlermeldung anzuzeigen¹. Ehrlich gesagt ist es mir den Aufwand schlicht nicht wert. Kompatibilität ist hingegen weniger das Problem. Wrapper-Klassen für die alten Klassennamen wären schnell geschrieben. Das wäre in der Tat nicht das Problem.


1   Ja, kaum zu glauben, womit man sich herumschlagen muss!

Leider scheinen einige Editoren nur die erste Zeile einer Fehlermeldung anzuzeigen. Ja, kaum zu glauben, womit man sich herumschlagen muss!

Auf soetwas nimmst Du Rücksicht? Ich hätte nie gedacht, daß das überhaupt irgendjemand macht. In meinem Weltbild war das bis jetzt so: Es gibt verschiedene Gruppen von Entwicklern. Jede Gruppe entwickelt ihren Editor. Je nach Geschmack und Faulheit entscheidet sich jeder Nutzer für einen Editor. Ab und zu oder auch öfter gibt es Wechselwirkungen zwischen den Entwicklergruppen und auch zwischen einer Gruppe und den Nutzern ihres Editors. Nie aber wäre ich auf die Idee gekommen, daß sich ein LaTeX-Entwickler nach den Eigenheiten eines oder mehrerer Editoren richtet. Ich habe zwar noch nie etwas in/für LaTeX entwickelt, aber ich glaube, da würde ich extrem enge Grenzen der Rücksicht ziehen. Entweder die Programmierer der Editoren bekommen ihr eigenes Zeug in den Griff, oder die Nutzer suchen sich einen anderen Editor, oder es ist nicht so wichtig.

Zu realitätsfremd?

Die Beschwerden der Anwender der diversen Editoren, dass aus der im Editor angezeigten Fehlermeldung nichts steht, woraus man auch nur annähernd schließen kann, was der Fehler ist, landen nämlich nicht bei den Editor-Entwicklern sondern bei mir.

Manchmal frage ich mich auch, wozu ich eigentlich zu jeder Fehlermeldung einen Hilfetext schreibe und ordentlich umbreche. Bei einem interaktiver LaTeX-Lauf wird dieser Hilfetext angezeigt, wenn man bei einem Fehler »h« drückt. In emacs wird dieser Hilfetext ebenfalls angezeigt, wenn man von Fehler zu Fehler hüpft (normalerweise C-c ` oder ist es C-c C-`? Wenn man mich fragt, habe ich keine Ahnung, das ist in meinem Handgedächtnis). Diverse Editoren zeigen den Hilfetext gar nicht an oder nur in wenig günstiger Darstellung.

Du glaubst nicht, worauf man alles Rücksicht nimmt, weil man die Beschwerden zu Dingen leid ist, die man eigentlich gar nicht zu verantworten hat. So habe ich bis KOMA-Script 3 auf die zwingende Verwendung von e-TeX-Features verzichtet, weil zu viele LaTeX-Installationen diese für latex nicht aktiviert hatte. Verwendet hätte ich die schon gerne von Anfang an, weil damit einiges leichter zu erreichen ist. Das hat bis heute Auswirkungen, weil in KOMA-Script 3 noch immer Teile von KOMA-Script 2 stecken und ich mir außerdem einen Stil ohne e-TeX angewöhnt habe, also immer daran denken muss, dass es einfachere Lösungen gibt.

Ich könnte Dir Geschichten erzählen, bei denen ich nach zwanzig Jahren noch immer einen Hals bekomme. Also lassen wir das Thema lieber.

Ja, die Editoren sind hier wirklich ziemlich nervig. In manchen Fällen geben sie auch eine komplett falsche Information zum Fehler. Ein ordinäres Scannen der Logdatei reicht eben oft nicht. Es wäre auch wünschenswert, wenn man bei den Editoren auch die Zahl der bei einem Fehler auszugebenen Folgezeilen angeben könnte. Für mich ist das aber nur in der Lehre ein Problem. Selber bevorzuge ich ohnehin die Konsole.

Ich verstehe, dass du keine Lust auf die vielen Änderungen hast. Man hat ja ohnehin permanent die Sinnfrage des ganzen zeitlichen Einsatzes für das "Hobby" zu klären.

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