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typographisch korrekte Einbindung von Aufzahlung im Text wie: (1) Punkt eins (2) Punkt zwei. Weiter im Text.

Hallo zusammen,

bietet das KOMA-Script die Moeglichkeit eine Aufzaehlung, die wie folgende in den Text eingebunden ist, typographisch korrekt darzustellen? Dabei interessieren mich insbesondere drei Dinge: (1) Wie sind die Standards, z.B. Punkt oder Komma am Ende eines Aufzaehlungspunktes (2) Gibt es eine Umgebung aehnlich 'enumerate', die den Anforderungen gerecht wird (3) Wenn die Aufzahelung nach diesem Satz endet, wie grenze ich den naechsten Satz von der Aufzaehlung ab.--- Dieser Satz soll nichtmehr zur Aufzaehlung gehoeren. Ist, wie hier geschehen, ein Punkt mit M-dash und folgendem Leerzeichen eine gute Idee zur Abgrenzung?

Danke,
Matthias

forum: 

Nummerierte Aufzählungen macht man typografisch korrekt schlicht mit der enumerate-Umgebung als eine nummerierte Liste. Nummerierte Aufzählungen im Fließtext sind vor allem stilistisch eine mittlere Katastrophe. Das stilistische Problem resultiert nicht zuletzt aus dem typografischen: Man kann solche Aufzählungen typografisch so wenig anspruchsvoll setzen wie einen Text ohne Absätze. Für den Leser bleibt es immer ein Problem. Dulden kann man solche Aufzählungen allenfalls noch, wenn sie nicht mehrere Sätze, sondern nur einzelne Begriffe enthält. Man vergleiche das mit Mathematik. Längere Formeln mit wenig oder keinem Text dazwischen ist im Fließtext nicht auf einen Blick abgrenzbar und damit schwer zu erfassen. Deshalb setzt man sie korrekt abgesetzt. So ist dieselbe Mathematik mit einem Blick abgrenzbar und wesentlich leichter zu erfassen.

Vielleicht kennst Du das Buch "Die Deutschstunde". Darin ist die direkte Rede ohne Anführungszeichen oder sonstige Kennzeichnung direkt in den Text eingefügt. Als ich das Buch gelesen habe, musste ich oft zur zurückspringen, um den Sinn korrekt zu erfassen, nachdem ich die direkte Rede erkannt hatte. Bei einem Roman – insbesondere diesem – mag das legitim sein. In allen anderen Fällen kann ich nur raten: Finger weg! Man muss dem Leser das Leben nicht unnötig schwer machen.

Ich weiß natürlich, dass es bestimmt irgendwelche Berufsgruppen gibt, die solche Katastrophen gewohnt sind. Die sollen dann aber bitte nicht danach fragen, wie man die Katastrophe typografisch ansprechend gestalten kann. Das wäre, als würde jemand fragen, wie man einen mit scharfem Senf und Tomaten gefüllten Schokoladenkuchen lecker machen kann.

Bei enumerate macht KOMA-Script bereits eine typografisch korrekte Nummerierung. So wird beispielsweise nie eine öffnende runde Klammer vor der Nummer gesetzt und schließende runde Klammern gibt es nur bei kleinen arabischen Zahlen, wobei bei der Referenzierung im Text die Klammern ganz entfallen. In Abweichung zum DUDEN referenziert KOMA-Script allerdings nicht »unter 3 a ist angegeben«, sondern »unter 3.a ist angegeben«. Ich glaube, ich habe im Forum mal erklärt, wie man ggf. auch das ändern kann. Wenn nicht (ungetestet):

\makeatletter% --> De-TeX-FAQ (--> Grundlageninfos)
\renewcommand*{\p@enumii}{\theenumi~}
\renewcommand*{\p@enumiii}{\p@enumii\theenumii~}
\renewcommand*{\p@enumiv}{\p@enumiii\theenumiii~}
\makeatother% --> \makeatletter
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