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Ein minimales Dokument für eine Hausarbeit o. ä. mit XeLaTeX oder LuaLaTeX

Bild von Markus Kohm

XeLaTeX und LuaLaTeX sind parallele Entwicklungen neben PDFLaTeX. Zu ihren Stärken gehört, dass man auf Systemfonts zugreifen kann. Dafür funktionieren einige Erweiterung von PDFTeX mit XeLaTeX aber auch nicht oder anders. Darüber hinaus unterstützen XeLaTeX und LuaTeX auch native UTF-8-Eingabe. Insbesondere wenn bestimmte Fonts verlangt sind, können sie ihre Stärken ausspielen.

Im Unterschied zur Vorlage für pdflatex sollte man bei xelatex und lualatex nicht selinput und \SelectInputMappings verwenden. Stattdessen ist zu empfehlen, das Dokument in UTF-8-Codierung zu speichern (siehe dazu die Anleitung des verwendeten Editors). Auch die Anweisung \usepackage[T1]{fontenc} entfällt. Stattdessen verwendet man das Paket fontspec und erhält sozusagen nebenbei als Voreinstellung Latin Modern. Für die Sprachumschaltung kann für die meisten Sprachen bei XeLaTeX und LuaLaTeX ebenfalls babel verwendet werden. Da insbesondere frühere Versionen von babel für die Unterstützung bestimmter Sprachen automatisch die Fontcodierung geschaltet haben, wurde allerdings für XeLaTeX das Paket pollyglossia entwickelt. Oftmals wird daher für XeLaTeX die Verwendung von polyglossia empfohlen. Das Beispiel ändert sich damit zu:

% !TeX program = xelatex
% !TeX encoding = UTF-8 Unicode
\documentclass{scrartcl}% siehe <http://www.komascript.de>
\usepackage{fontspec}% Schriftumschaltung mit den nativen XeTeX-Anweisungen
                     % vornehmen. Voreinstellung: Latin Modern
\usepackage{polyglossia}% Sprachumschaltung
\setdefaultlanguage{german}% Voreingestellte Dokumentsprache: Deutsch
\begin{document}
% ----------------------------------------------------------------------------
% Titel:
\titlehead{Kopf über dem Titel mit Leerstuhl u.\,ä.}% optional
\subject{Art des Dokuments}% optional
\title{Titel des Dokuments}% obligatorisch
\subtitle{Untertitel}% optional
\author{Das bin ich}% obligatorisch
\date{z.\,B. der Abgabetermin}% sinnvoll
\publishers{Platz für Betreuer o.\,ä.}% optional
\maketitle% verwendet die zuvor gemachte Angaben zur Gestaltung eines Titels
% ----------------------------------------------------------------------------
% Inhaltsverzeichnis:
\tableofcontents
% ----------------------------------------------------------------------------
% Gliederung und Text:
\section{Motivation}
Dieser Abschnitt sollte sich mit der Aufgabenstellung befassen. Er kann auch
Grundlagen behandeln. Es kann jedoch sinnvoll sein, für die Grundlagen einen
eigenen Abschnitt zu verwenden.
\section{Durchführung}
Hier erzählt man nun, was man alles gemacht hat.
\section{Schluss}
Hierher gehört das Fazit und ggf. der Ausblick auf weitere Dinge, die getan
werden könnten.
\end{document}
%%% Local Variables:
%%% mode: latex
%%% TeX-engine: xetex
%%% TeX-PDF-mode: t
%%% coding: utf-8
%%% TeX-master: t
%%% End:  

Die etwas seltsam erscheinenden Kommentare am Beispielanfang dienen dazu die LaTeX-Editoren TeXShop, TeXStudio und TeXworks gleich auf die Verwendung von xelatex und UTF-8-Codierung einzustellen. Die Kommentare am Ende erledigen vergleichbares (und ein wenig mehr) für emacs + AucTeX. Näheres ist den jeweiligen Anleitungen zu entnehmen.

Die Verwendung von pollyglossia hat aber auch Nachteile. So kennt dieses Paket beispielsweise für Deutsch zwar die Dialekte german, austrian und swiss und kann auch Trennmuster für unterschiedliche Rechtschreibung laden, es geht aber davon aus, dass sprachabhängige Begriffe innerhalb einer Sprache immer gleich sind. Definiert also eine Klasse oder ein Paket sprachabhängige Begriffe nach alter und neuer deutscher Rechtschreibung unterschiedlich verwendet pollyglossia immer die der alten Rechtschreibung. Ich selbst bevorzuge daher auch mit XeLaTeX und ohnehin mit LuaLaTeX:

% !TeX program = lualatex
% !TeX encoding = UTF-8 Unicode
\documentclass{scrartcl}% siehe <http://www.komascript.de>
\usepackage{fontspec}% Schriftumschaltung mit den nativen XeTeX-Anweisungen
                     % vornehmen. Voreinstellung: Latin Modern
\usepackage[ngerman]{babel}% Sprachumschaltung: Deutsch nach neuer Rechtschreibung
 
\begin{document}
% ----------------------------------------------------------------------------
% Titel (erst nach \begin{document}, damit babel bereits voll aktiv ist):
\titlehead{Kopf über dem Titel mit Leerstuhl u.\,ä.}% optional
\subject{Art des Dokuments}% optional
\title{Titel des Dokuments}% obligatorisch
\subtitle{Untertitel}% optional
\author{Das bin ich}% obligatorisch
\date{z.\,B. der Abgabetermin}% sinnvoll
\publishers{Platz für Betreuer o.\,ä.}% optional
\maketitle% verwendet die zuvor gemachte Angaben zur Gestaltung eines Titels
% ----------------------------------------------------------------------------
% Inhaltsverzeichnis:
\tableofcontents
% ----------------------------------------------------------------------------
% Gliederung und Text:
\section{Motivation}
Dieser Abschnitt sollte sich mit der Aufgabenstellung befassen. Er kann auch
Grundlagen behandeln. Es kann jedoch sinnvoll sein, für die Grundlagen einen
eigenen Abschnitt zu verwenden.
\section{Durchführung}
Hier erzählt man nun, was man alles gemacht hat.
\section{Schluss}
Hierher gehört das Fazit und ggf. der Ausblick auf weitere Dinge, die getan
werden könnten.
\end{document}
%%% Local Variables:
%%% mode: latex
%%% TeX-engine: xetex
%%% TeX-PDF-mode: t
%%% coding: utf-8
%%% TeX-master: t
%%% End:  
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