Warum eigentlich?

Immer wieder bekomme ich Fragen nach dem Warum? Mal will jemand wissen, warum bei KOMA-Script eine Voreinstellung so und nicht anders ist, mal will einer wissen, warum etwas nicht funktioniert, dann wieder werde ich gefragt, warum ich eigentlich neben der Entwicklung auch noch Support in verschiedenen Foren, im Usenet, auf Mailinglisten und per E-Mail mache. Manchmal frage ich mich, warum die Leute das wissen wollen.

Eigentlich habe ich alle diese Fragen schon mehr als einmal beantwortet. Aber vielleicht ist es an der Zeit, das einmal zusammenzufassen:

Hassen [sS]ie mich?

Eigentlich arbeite ich seit einer Woche an einem alten und an einem neuen Paket. Beide Pakete werde ich selbst nur höchst selten oder sogar nie selbst verwenden. Umso mehr hat mich am Samstag die Erkenntnis getroffen, dass es offenbar Menschen gibt, die mich aus tiefstem Herzen hassen. Alles nur Einbildung?

Alexander hat meine Aufforderung bezüglich scrjura ernst genommen. Nein, nein, er gehört offensichtlich nicht zu den Menschen, die mich hassen. Erste Anforderungen sind formuliert und wurden von mir – teilweise nicht ganz wie gewünscht, aber wir nähern uns ja auch erst Version 0.5 – bereits implementiert. Damit rückt eine neue Release von KOMA-Script näher. Seine schnelle Reaktion hat mich sehr gefreut und war höchst willkommen.

Nach einem Restaurantbesuch

Gestern Abend war nun also das erste Treffen von Leuten, die an der dritten Auflage des KOMA-Script-Buches mitgewirkt haben. Die beiden älteren Herren waren gesundheitlich leider etwas angeschlagen und die Jugend hatte noch einen weiteren Weg nach Hause in Aussicht, was uns aber nicht davon abgehalten hat, guter Laune zu sein.

Die Jugend musste uns nochmal darauf aufmerksam machen, dass zu KOMA-Script einige Irrtümer weit verbreitet sind. Der größte Irrtum dabei sei, dass KOMA-Script furchtbar kompliziert sei. Tatsächlich erleichtere KOMA-Script die Arbeit. Eigentlich ist das in anderen Worten der Punkt, den ich schon seit Jahren zu betonen versuche: KOMA-Script funktioniert einfach, indem man in \documentclass eine Standardklasse durch die entsprechende KOMA-Script-Klasse ersetzt. Danach sieht manches etwas anders aus. Das war es aber erst einmal.

Von einem, der auszog ein Buch zu schreiben

Heute ist bei mir das neue KOMA-Script-Buch eingetroffen. Nachdem ich viele Wochen daran geschrieben habe und ein gutes Dutzend Testleser wochenlang mit mir zusammengearbeitet hat, um es zu verbessern und korrigieren, ist es nun zwar auch schon ein paar Wochen her, dass ich die Druckvorlage abgeliefert und den Proof-Plot kontrolliert habe. Emotional ist ein richtiger Schlusspunkt aber erst jetzt erreicht, da ich das Buch selbst in Händen halte. Ich kann sagen: Die Arbeit hat sich gelohnt. Ich bin begeistert. Die Druckerei hat wieder einmal ausgezeichnete Arbeit geleistet. Der Druck ist so sauber, dass man selbst die extrem verkleinerten Briefbeispiele entziffern kann, bei denen eigentlich nicht der Text, sondern nur der optische Eindruck wichtig ist.

Aus dem Leben eines Entwicklers

Ich entwickle nun schon seit 30 Jahren in meiner Freizeit Software. Es gab Höhen und Tiefen, viel Freude und viel Frust. Ein wenig davon möchte ich heute berichten.

Von Anfang an war ich bei meinen Freizeitenwicklungen ein Anhänger der Idee, diese Software auch anderen zur Verfügung zu stellen. Als Schüler kam meine Motivation dazu daher, dass ich selbst zu denen gehörte, die sich zwar einen Computer leisten konnten, deren Geld aber nicht auch noch für teure Software reichte. Also war ich sehr froh und dankbar, wenn andere ihre Arbeit kostenlos zur Verfügung stellten und machte es konsequenter Weise genauso. Da ich dann in gewissen Kreisen irgendwann als einer von denen galt, die man fragen kann, wenn man selbst verstehen will, wie man etwas macht, wurde ich irgendwann auch ein Anhänger von OpenSource. Es ist einfacher zu sagen: Schau Dir an, wie ich das gemacht habe, als es mehrfach lang und breit zu erklären.