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Teil 4: Bilder einfügen & referenzieren

Bild von Markus Kohm

In Teil 4 des LaTeX Tutorials geht es um die Einbindung von Bildern. Dabei wird gleich einmal behauptet, dass man bei Verwendung von LaTeX (ja, jetzt spricht er es zum ersten Mal richtig aus) nur eps-Bilder einbinden könne. Das stimmt zwar nicht, aber da er dann ohnehin gleich zu PDFLaTeX weitergeht, soll es mir egal sein. Was mir hingegen nicht egal ist, dass er in der allerersten Grafikeinbindung eine Gleitumgebung:

\begin{figure}[h]
\begin{center}
\includegraphics[width=4cm]{Latex.png}
\caption{Latexlogo}
\label{latex_logo}
\end{center}
\end{figure}

angibt. Da sind gleich zwei dicke Hunde drin:

  • Gleitumgebungen nur mit der Gleitoption »h« sind wenig sinnvoll. Das sieht auch LaTeX selbst so und erweitert die Angabe um ein »t«. Es ist also auf den ersten Blick kein dramatischer Fehler. Allerdings führt er dazu, dass von den einunddreißigtausend Abrufern sich so mancher gefragt haben dürfte, warum das in seinem Dokument trotzdem nicht hier erscheint.
  • Die center-Umgebung zentriert nicht nur, sondern fügt als heimliche Listenumgebung zusätzlichen vertikalen Abstand oben und unten ein. Das will und braucht man in Gleitumgebungen mit nur einer Abbildung nicht. Deshalb verwendet man statt der Umgebung besser die Anweisung \centering.

Mit den beiden Fehlern hat der Autor in meinen Augen bereits das Ziel verfehlt. Außerdem hätte ich es besser gefunden, wenn er erst einmal eine Abbildung ohne Gleitumgebung gezeigt hätte. So entsteht leicht der Eindruck, \icnludegraphics könne nur in einer figure-Umgebung verwendet werden.

Als nächstes erklärt er dann, wie man Bilder aus Unterordnern einbindet. Dabei fällt er wieder auf »Latek« zurück. Bevor er das macht, springt er aber darauf zurück das kurz gezeigte Beispiel in das Beispieldokument einzufügen und dort zu erklären, dass man auch noch das Paket graphicx laden muss. Und jetzt erwähnt er doch noch den Gummibaumsaft. Es war fast zu erwarten.

Oh toll, er verschiebt die Gleitumgebung unmittelbar hinter die Überschrift. Kleiner Hinweis am Rande: Das ist nicht empfehlenswert. Besser ist, erst den Absatz mit dem Text zum Bild, dann das Bild.

Und jetzt dürft ihr raten, wie er das mit den Unterordnern macht: Er setzt die Pfadangabe direkt im \includegraphics-Befehl. Ich bin gespannt, ob er noch auf \graphicspath kommt … nö. Stattdessen erklärt er \ref. Gut, dass er das erklärt. Leider erklärt er nicht, dass man beispielsweise keine Umlaute für \label und \ref verwenden sollte.

Für mich ist dieser Teil mit der verkorksten Gleitumgebung und der unzureichenden Erklärung der Platzierungs-/Gleitoptionen ein erster Tiefpunkt des Tutoriums. Schon hier lautet mein Fazit: Nicht nachmachen. Es werden Dinge gezeigt, von denen abgeraten werden muss.

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